Dieses Frühjahr verbrachte ich wie so oft an einem wunderschönen Fließgewässer in NRW. Eine interessante Flussstrecke mit unzähligen Seitenarmen und Staustufen bot abwechslungsreiches Angeln. Ich fische gerne im Bereich der Fahrrinne oder am Rand der hochkommenden Seerosenfelder. Aber auch stark beruhigte Bereiche mit weicherem Untergrund sind im Frühjahr oft sehr interessant. Hier bin ich zu Hause. Die Wassertemperatur, die Fließgeschwindigkeit und die Durchflussmengen habe ich seit Ende Januar im Auge.

Ende Februar war es dann so weit: Ich startete mit den Vorbereitungen und fütterte zwei Stellen mit P-Mix in drei verschiedenen Größen vorsichtig vor. Um Ausweichmöglichkeiten zu schaffen, wählte ich eine strömungsberuhigte, aber auch eine strömungsanfällige Angelstelle. Zu Beginn war es kalt. Das Wasser war leicht angestaubt und wirkte sehr trist. Trotzdem war die Motivation riesig – klar stellte ich mich aber auch auf ein paar Nächte ohne Fisch ein.

Nachdem ich beide Stellen fünfmal gefüttert hatte, mit maximal einem Tag Pause dazwischen, stellte sich wieder langsam das Gefühl ein, welches ich schon sehr vermisst hatte. Die Gedanken drehten sich um den ersten Biss. Es ist jedes Jahr eine Wundertüte: Hatte ich Glück mit den gewählten Stellen oder nicht?

Kurz zur Futterstrategie: Meine Erfahrung zeigt, dass Konstanz am Fluss elementar wichtig ist. Lieber jeden oder maximal jeden zweiten Tag 1–1,5 kg Kugeln, anstatt einmalig riesige Mengen abzukippen. Bei kaltem Wasser verwende ich zusätzlich das passende Liquid. Ich mache mir meist mehrere Portionen fertig: ca. 1,5 kg Kugeln mit etwas Liquid, Deckel drauf und ab in die kühle Garage. Die Hookbaits bewahre ich in den leeren Liquidflaschen auf – die Öffnung reicht sogar problemlos für die 30-mm-Kugeln.

Anfang März sind die Bedingungen wirklich gut. Diese Zeit nutze ich aus. Ein leichter Nieselregen, der die Strömung minimal beeinflusst und zusätzlich eine leichte Trübung bringt. Diese winzigen Strömungsanstiege bringen oft richtig Fisch und die Ruten bleiben problemlos liegen. Auch in diesem Fall: Die Fische kamen zwischen 22:00 und 23:30 Uhr. In den folgenden Tagen passte ich mich an und fütterte gegen 21:00 Uhr. Auf diese Weise blieb bei den ganzen Mitfressern mehr für die Karpfen übrig.

Die Bissfrequenz stieg und die nächsten Tage verliefen grandios. Neben tollen Momenten am Wasser konnte ich viele schöne und schwere Fische fangen. Trotz der teilweise eisigen Temperaturen kam ich ordentlich ins Schwitzen. Aber ich brach nichts übers Knie: Wenn die 10-oz-Bleie nicht liegen blieben und die Haken sich mit Treibgut füllten, beendete ich das Angeln. Alles andere führt oft zu Frust und Unzufriedenheit. Ich fütterte weiter und suchte mir die optimalen Bedingungen.

Wie immer versuchte ich mich, soweit es ging, an die Gegebenheiten anzupassen, denn der Fluss wird sich in den wenigsten Fällen anpassen. Die P-Mix Kugel ist wie für diese Angelei gemacht. Neben optimaler Härte, die den vielen Mitfressern problemlos trotzt, zieht sie die Fische immer wieder auf den Platz. Es gibt mir ein sehr gutes Gefühl, bei den unzähligen Variablen am Fluss eine Konstante zu haben, auf die ich mich absolut verlassen kann!




